Schmuck – Geschichte – Handwerk

Ausgeschmückt.

Von dem Fressfeind Diamant und seinem Kryptonit

Verspricht die Überschrift nicht schon eine herrlich absurde Story? Dann schnallen wir uns an und machen eine kleine Zeitreise – knapp 2000 Jahre zurück zu Plinius dem Älteren.

📚 Plinius – Urahne Wikipedias

Plinius der Ältere war einer der ersten Naturforscher und so etwas wie der Vorläufer von Wikipedia – zumindest bis der Vesuv im Jahr 79 n. Chr. ausbrach und Plinius nur noch nach Elysium ritt.

Sein Werk Naturalis Historia („Geschichte der Natur“) beschreibt nicht nur Unwetter als Zornesausbrüche von Jupiter oder Vulkanausbrüche (wie passend!) als göttliche Verstimmung, sondern widmet sich auch ausführlich Steinen und Edelsteinen.

💎 Der aggressive Diamant – ein Naturphänomen?

Plinius schreibt (Buch 37, Kapitel 16) im Original:
„Diamantes ex omnibus lapidibus durissimi sunt, et quilibet lapis, qui a diamante superatur, rutilum vel calcitrem vel calcedonem diligit.“

Für uns Zeitreisende bedeutet das grob übersetzt:
Der Diamant ist der härteste aller Steine – und jeder andere Stein wird von ihm zerkratzt, besiegt und dann quasi verschlungen. Ziemlich aggressiv, oder?

🐐 Mäh-chtig

Wer jetzt Mitleid mit den armen Steinen hat – keine Sorge, Plinius kennt das Gegenmittel: Ziegenblut! Der Diamant sei nämlich allergisch dagegen – sein persönliches Kryptonit. Dank dieses magischen Safts würde der Diamant angeblich zerbröseln oder sich sogar in Luft auflösen.

Warum ausgerechnet Ziegenblut?
In der Antike spielten Ziegen und ihre Körperflüssigkeiten eine große Rolle bei Ritualen, Schutzzaubern und Flüchen.

Der Diamant galt als unbesiegbar – also brauchte es auch etwas Übernatürliches, um ihm gefährlich zu werden. Da schien das mäh-chtige Ziegenblut ein passender Kandidat.

🧪 Was sagen wir heute?

Wegen fehlender aktueller Quellen (und etwas gesundem Menschenverstand), kann man wohl mit Sicherheit sagen: Das mit dem Ziegenblut als Selbstverteidigung ist inzwischen überholt.
Auch scheint der Bedarf geschwunden und die anderen Steine heute ziemlich sicher zu sein – solange man Diamanten nicht in Kratznähe lässt (merkt euch das, liebe Azubis).

Denn:
✔️ Der Diamant ist tatsächlich das härteste natürliche Material.
✔️ Er kann andere Steine ritzen – aber nicht „fressen“.
❌ Einen Verdauungstrakt hat er nicht.
❌ Ziegenblut macht ihn nicht weich und löst ihn nicht auf.
✔️ Er wird davon höchstens dreckig. Und braucht dann ein Bad.

Fun Fact: Diamanten können sich sogar gegenseitig ritzen – also wären sie nach Plinius’ Logik sogar Kannibalen.

🥊 Bossfight des Jahrtausends: Diamant vs. Ziege

Aber seien wir ehrlich: Das klingt doch nach einem epischen Showdown!
Der härteste Stein der Welt gegen ein paar Tropfen Ziegenblut. Wer gewinnt?

💬 Lust bekommen, mehr antiken Unsinn zu entdecken? Oder Team Ziege statt Team Diamant?

Dann lass gerne einen Kommentar da – ich freu mich auf funkelnde Gedanken, schräge Fragen oder steinharte Diskussionen. 🐐💎

2 responses to “Von dem Fressfeind Diamant und seinem Kryptonit”

  1. Avatar von blizzardstellara05fba0c65
    blizzardstellara05fba0c65

    Gefällt mir ist sehr informativ. Ist spannend zu lesen was die Menschen vor 2000 Jahren schon mit dem Diamanten anstellen. Das mit dem Ziegenblut da hast du Recht. Ich glaube auch nicht das der Diamant zerbröselt. Der Beitrag von dir finde ich sehr gut geschrieben und die Karikaturen die passen sehr gut dazu und sind lustig. Mach weiter so und werde die Nächte antike Geschichte sehr gerne lesen. Viele Grüße von Andreas.

    1. Avatar von Kira Hartig

      Hey Andreas,
      freut mich total, dass dir der Beitrag gefällt und du die antiken Diamant-Geschichten spannend findest! Ziegenblut als Diamantenfeind – ja, das klingt eher nach einem uralten Ritual à la „Wir probieren mal alles“ 😄.

      Danke auch für dein Lob zu den Karikaturen – ich gebe mir Mühe, dass die genauso glänzen wie die Steine selbst. Bald kommen die nächsten funkelnden und kuriosen Geschichten!

      Funkelnde Grüße vom Werkbrett! Kira

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KLOPF, KLOPF!

It’s me, Kira!

Willkommen in meiner kleinen Welt aus Gold, Glanz und gelegentlich auch Glitzerchaos.

Ich bin eine leidenschaftliche Goldschmiedin mit Hang zu schönen Steinen und schrägen Schmuckgeschichten – hier wird gehämmert, gelötet, gelacht, gelernt, gestaunt.


Alles, was nicht aufs Werkbrett gehört, aber trotzdem gesagt werden will. Hallos, Ankündigungen, Mitteilungen. Das was sonst in Briefumschlägen kommt.

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